Luftaufnahme von Frankfurt (Oder) mit St. Marien, Rathaus und Oder. (Foto: Kleist-Museum)

Von Frankfurt (Oder) nach Europa

Wer hätte damals, als der 20jährige C. P. E. Bach im Spätsommer 1734 als Student der Rechte an der Frankfurter Alma mater Viadrina immatrikuliert wurde, gedacht, dass dieser einmal ein europaweit angesehener Musiker werden würde, verehrt von den Wiener Klassikern und anderen Großen der Musik- und Geistesgeschichte.

Sein späteres enzyklopädisches kompositorisches Œuvre beginnt sich schon in Frankfurt zu formen: Klavierstücke und -sonaten, Kammermusik, Cembalokonzerte und Vokalwerke. Überhaupt war sein musikalisches Wirken in der Stadt an der Oder vielseitig und folgenreich, hatte er hier doch nach eigener Aussage „sowohl eine musikalische Akademie als auch alle damals vorfallenden öffentlichen Musiken bey Feyerlichkeiten dirigirt und komponirt.“

 

Brandenburgisches Staatsorchester Frankfurt in der Konzerthalle „Carl Philipp Emanuel Bach.“ (Foto:Tobias Tanzyna)

Heute sieht sich die Stadt Frankfurt (Oder), nach Leipzig die zweite Wirkungsstation des Komponisten, in der Pflicht, ihren einstigen berühmten Studierenden zu ehren. Die Konzerthalle, die seit 1970 den Namen des zweitgeborenen Bachsohns trägt, ist bekanntermaßen das Zentrum solcher Bemühungen. An den Konzerten und Matineen mit Bachschen Werken haben das hiesige Staatsorchester, die Frankfurter Singakademie und weitere Künstler und Ensembles wesentlichen Anteil. Und der Europa-Universität Viadrina werden Bach-Forscher künftig solcherart Fragen stellen: „Wie studierte man in Frankfurt um 1740?“, „Welche Professoren prägten damals die juristische Lehre und Forschung?“, „Wie sah der studentische Alltag aus?“ Der Propagierung des Bachschen Lebens und Wirkens verpflichtet, veranstaltet die Musikgesellschaft C. P. E. Bach Frankfurt (Oder) e.V. eigene Kammerkonzerte, regt Forschungen an, deren Ergebnisse in der Publikationsreihe „Bach-Konzepte“ inzwischen weltweit rezipiert werden, und betreut vor allem die einzige ständige C. P. E. Bach-Ausstellung, immer auf der Suche nach neuen Erkenntnissen. Oder wussten Sie schon, dass der große Sohn der Stadt, Heinrich von Kleist, der Großneffe des Offiziers und Dichters Ewald Christian von Kleist war, dessen Gedichte C. P. E. Bach vertont hat?

Unser Film „Frankfurter Geschichten“

 Ständige Ausstellung „C. P. E. Bach – Leben, Werk und Nachwirken.“ (Foto: Agentur Giraffe)