Neues Palais. (Foto: Landeshauptstadt Potsdam, Michael Lüder)

Friedrichs Residenz in Potsdam

Als C. P. E. Bach vor 270 Jahren an den Preußischen Hof kam, der meist in Potsdam im Stadtschloss und neuen Schloss Sanssouci residierte, begann für ihn eine höchst produktive Zeit. Auch Potsdam gewann an Bedeutung. Die Bildergalerie, die Hoboistenschule im Großen Militärwaisenhaus und die Präsenz der in Mitteleuropa bedeutenden Komponisten und Instrumentallehrer wie Johann Joachim Quantz, Christoph Schaffrath, Franz und Georg Anton Benda und Carl Heinrich Graun belebten das Potsdamer Kulturleben.

Fast dreißig Jahre seines Lebens verbrachte Carl Philipp Emanuel Bach als erstklassiger Tastenvirtuose und Komponist hier und entwickelte einen hinreißenden, neuen und prägenden Stil in der Verbindung der Lehren seines Vaters und dem neuen Geist des aufklärerischen 18. Jahrhunderts. Seine zahllosen individualistischen freien Cembalokonzerte, Flöten- und Kammermusikwerke und provozierenden Sinfonien brachten die für das Spätbarock entscheidenden Weichenstellungen und legten den Grundstein für die Schule der Wiener Klassiker.

Ein Höhepunkt war der Besuch seines Vaters 1747 in Potsdam. Die Begegnung von Friedrich II. und Johann Sebastian Bach gilt als musikalische Sternstunde, begegneten sich doch die herausragenden Größen ihrer langen Familiendynastie, die sich gegenseitig beeindruckten. Anhand eines selbst ersonnenen, komplizierten musikalischen Themas regte der Preußenkönig den Komponisten zu einer Komposition an, die als „Musikalisches Opfer“ zu einem zeitlos gültigen opus summum der Barockmusik wurde, das für immer mit Potsdam verbunden ist.

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