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Solistenensemble Kaleidoskop

The Sensitive Style II: Mike Tyson

Carl Philipp Emanuel Bach (1714-1788)
Sinfonie Nr. 1, Wq 182
Allegro di molto – Poco Adagio – Presto

Carl Philipp Emanuel Bach
Sinfonie Nr. 2, Wq 182
Allegro di molto – Poco Adagio – Presto

Carl Philipp Emanuel Bach
Sinfonie Nr. 3, Wq 182
Allegro Assai – Adagio – Allegretto

Carl Philipp Emanuel Bach
Sinfonie Nr. 4, Wq 182
Allegro, ma non troppo – Largo ed innocentemente

Helmut Lachenmann (* 1935)
Gran Torso (1971-72/78/88)

Carl Philipp Emanuel Bach
Sinfonie Nr. 5, Wq 182
Allegretto – Larghetto – Presto

Evan Gardner (* 1978)
Echoes of my inertia (Uraufführung)

Carl Philipp Emanuel Bach
Sinfonie Nr. 6, Wq 182
Allegro di molto – Poco Andante – Allegro spirituoso
Radialsystem V · Berlin Tickets

Das zweiteilige Konzertprojekt The Sensitive Style feiert den 300. Geburtstag von Carl Philipp Emmanuel Bach (1714-1788) – dem bedeutendsten Vertreter des „Empfindsamen Stils“ – und präsentiert einen Brückenschlag zwischen zwei kompositorischen Ansätzen auf der Suche nach individuellem musikalischen Ausdruck: dem von C. P. E. Bach, dessen Kompositionen zwischen Empfindsamkeit und „Sturm und Drang“ verortet sind, und jenem von Helmut Lachenmann aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Waren im ersten Teil Lance Armstrong im Oktober 2013 vor allem späte Sonaten von Domenico Scarlatti (1685-1757) zu hören, die als Vorläufer und Nährboden des „Empfindsamen Stils“ gelten können, widmet sich der zweite Teil Mike Tyson nun ganz dem Jubilar C. P. E. Bach. Das Hausensemble des Radialsystem V spielt zudem das Streichquartett Gran Torso des Komponisten Helmut Lachenmann (*1935), der als einer der wichtigsten musikalischen Erneuerer des 20. und 21. Jahrhundert gilt, sowie ein Werk des Komponisten Evan Gardner, dessen Schaffen wiederum vom Schönheits- und Wahrheitsbegriff Lachenmanns stark beeinflusst wurde.
The Sensitive Style arbeitet Verbindungen und Gegensätze heraus: Zum einen wendet sich das Konzertprojekt der historischen Entwicklung des Empfindsamen Stils, zum anderen Lachenmanns Einfluss auf die heutige Komponisten-Generation zu. Bach und Lachenmann verbindet die Suche nach individuellem Ausdruck:
Mitte des 18. Jahrhunderts wandelte sich die Zweckbestimmung von Musik vom höfischen und kirchlichen Kontext hin zum emotionalen Ausdrucksgehalt der Musik. Der Komponist war aufgefordert, sein Innerstes nach Außen zu kehren und Musik als „genaues Abbild der Herzensempfindungen“ zu komponieren (Christian Gottfried Kraus). Die Musik Carl Philipp Emanuel Bachs reflektiert diese ästhetische Strömung jener Zeit, den „Empfindsamen Stil“, das Pendant zum „Sturm und Drang“ in der Dichtkunst.
Die Zeit nach 1945 war bestimmt durch die Suche nach neuen, ideologisch nicht zu missbrauchenden Formen, die Helmut Lachenmann zur Entwicklung seiner Musik führten. Heute stellt sich die Frage nach musikalischem Individualismus wieder neu. Angesichts der Masse an verfügbarer Informationen und Musik stellen die Suche nach Expressivität in der Musik sowie die individuelle Positionierung zentrale Herausforderungen an die jungen Komponisten dar. Lachenmanns Einfluss auf die nächste Komponisten-Generation, aber auch die Möglichkeiten der Weiterentwicklung und Emanzipation können in Werken junger, in Berlin lebender Komponisten wie u.a. Evan Gardner genau verfolgt werden.
Bester Anlass also für das hochempfindsame Solistenensemble Kaleidoskop, als C.P.E’s erste Gratulanten im neuen Jahr seine Muskeln auf Darmsaiten spielen zu lassen und sich aber auch von seiner ganz sensiblen Seite zu zeigen...
Und natürlich ist es – in guter Kaleidoskop-Tradition – mehr als nur ein Konzert...

Eine Veranstaltung von Solistenensemble Kaleidoskop und Radialsystem V. Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds.

Genres

Instrumentalmusik
Kammermusik