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Vortrag von Dr. Katharina Hottmann (Uni Hamburg) im Rahmen der XV. Ringvorlesung Gender Studies und Musik.

Empfindsamkeit versus Anakreontik: C. P. E. Bach in seinen Liedern

Hochschule für Musik und Theater · Hamburg Tickets

Im mittleren 18. Jahrhundert entfalteten sich in Städten wie Leipzig, Hamburg und Berlin lebendige Liedkulturen, die von verschiedenen Bedürfnissen des Bürgertums getragen waren. Freundschaft, Geselligkeit, Freude und Vergnügen waren identitätsstiftende Themen der Aufklärungsepoche, die in breiten literarischen Diskursen aufbereitet, aber auch im realen Leben praktiziert wurden. Lieder, die mit geringerem musikalischen und logistischen Aufwand im häuslichen Rahmen gesungen werden konnten, waren ein besonders geeignetes Mittel, bürgerliche Werte nicht nur zu beschwören, sondern auch in der Praxis zu erfahren.
Carl Philipp Emanuel Bach hat runde fünfzig Jahre die deutsche Liedgeschichte mitgestaltet und ein sehr vielfältiges Œuvre hinterlassen. In diesem bilden sich einerseits seine engen Freundschaften zu diversen Dichtern und Dichterinnen der Anakreontik und der Empfindsamkeit ab, andererseits verschiedenste literarische, gesellschaftliche und politische Themen, die im Laufe der Jahrzehnte unter veränderten mentalitäts- und stilgeschichtlichen Prämissen auch andere musikalische Ausdrucksformen fanden. Das Vortragskonzert präsentiert ein Panorama des weltlichen und geistlichen Liedschaffens Bachs, wobei gezeigt wird, wie Bachs Kompositionskunst dazu beitrug, Aspekte eines aufklärerischen Selbstverständnisses in das Bürgertum zu vermitteln.

Aus musikwissenschaftlichen, künstlerischen und genderkritischen Blickwinkeln gleichermaßen wird das „Originalgenie“ Carl Philipp Emanuel Bach in dieser XV. Ringvorlesung Gender Studies und Musik der HfMT Hamburg beleuchtet werden: als Komponist, Cembalist, Clavierlehrer, städtischer Musikdirektor, als „Berliner“ und „Hamburger Bach“, als Sohn von Johann Sebastian und Maria Barbara Bach, Stiefsohn Anna Magdalenas und Bruder Wilhelm Friedemanns oder Johann Christan Bachs, als Musiker und Mensch, wie er sich uns heute darstellt in seinen Werken, Briefen, zeitgenössischen Dokumenten und deren Rezeptionsgeschichte.
Die Veranstaltungen sowie das Musikprogramm werden gemeinsam mit dem Studio für Alte Musik der HfMT Hamburg geplant und erarbeitet. ReferentInnen: Prof. Gerhart Darmstadt, Dr. Ingeborg Allihn, Prof. Menno van Delft, Prof. Peter Holtslag, Prof. Wolfgang Zerer, Prof. Dr. Rebecca Grotjahn, Prof. Dr. Dorothea Schröder, Dr. Birgit Kiupel, Petra Oelker, Dr. Katharina Hottmann, Maria Hübner, Dr. Cornelia Bartsch, Prof. Volkhardt Preuß, u. a.

Zusätzliche Informationen

Prof. Dr. Beatrix Borchard und Martina Bick in Zusammenarbeit mit dem Studio für Alte Musik der HfMT.

Kategorie

Vortrag/Vorlesung/Symposium