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Klangwelt und Instrumentenbau zur Zeit C. P. E. Bachs

"Aus der Seele muß man spielen ..."

Museum für Kunst und Gewerbe · Hamburg Tickets

Zum 300. Geburtstag von Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) zeigt das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MKG) Musikinstrumente aus der Epoche des Spätbarock und der Empfindsamkeit. „Aus der Seele muß man spielen, und nicht wie ein abgerichteter Vogel“, so beschreibt Bach in seinem berühmten „Versuch über die wahre Art das Clavier zu spielen“ sein Musikverständnis und prägt damit eine ganze Epoche. Der zweitälteste Sohn von Johann Sebastian Bach übernimmt 1768 als Nachfolger seines Taufpaten Georg Philipp Telemann die Stellung des städtischen Musikdirektors und Kantors am Johanneum in Hamburg und wird director musices der fünf Hamburger Hauptkirchen.
Als europaweit anerkannter Künstler, der zu den bedeutendsten Musikern des 18. Jahrhunderts zählt, lebt Bach bis zu seinem Tod 1788 in der Hansestadt. Hier pflegt er regen gesellschaftlichen Austausch mit Künstlern und Gelehrten der Aufklärungszeit wie Friedrich Gottlieb Klopstock, Matthias Claudius, Johann Georg Büsch (u. a. Mitbegründer der Patriotischen Gesellschaft), Johann Albert Heinrich Reimarus und anderen. Die Ausstellung zeigt rund 25 Meisterwerke des Hamburger Instrumentenbaus, darunter reich dekorierte Streich- und Zupfinstrumente aus der Werkstatt Joachim Tielkes sowie Hamburger Clavichorde und Cembali der Werkstätten Hass und Zell. Zum ersten Mal in dieser Ausstellung öffentlich zu sehen ist auch ein Kontrabass von Christoff Fleischer aus dem Jahr 1657. Er wurde vor einigen Jahren durch einen Glücksfall entdeckt und ist das älteste datierte Hamburger Musikinstrument. Die musikalische Klangwelt in der Zeit C. P. E. Bachs wird lebendig durch ein mediales Vermittlungsprogramm.

Die Ausstellung gibt einen Überblick über das Leben und Schaffen C. P. E. Bachs und berichtet von seiner Zeit als Cembalist am Hof Friedrich II. in Berlin sowie insbesondere von seinen späteren Hamburger Jahren. Sie erzählt außerdem von der Entstehung der bürgerlichen Musikkultur im 18. Jahrhundert. Bachs Klaviersonaten waren für ein bürgerliches Publikum bestimmt und sehr beliebt. Die Ausstellung spannt dabei den zeitlichen Rahmen über die Lebenszeit Bachs hinaus und verfolgt die Traditionslinien insbesondere des Hamburgischen Instrumentenbaus bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhundert zurück.

Übrigens wird auch das von dem Berliner Künstler Olaf Hajek für das Jubiläumsjahr geschaffene Porträt von Carl Philipp Emanuel Bach erstmals im Original ausgestellt: Der von zeitgenössischen Instrumenten eingerahmte Komponist empfängt sozusagen höchstpersönlich die Besucher seiner Geburtstagsausstellung!

Zusätzliche Informationen

Einen lebendigen und anschaulichen Zugang zur Epoche und zu den Instrumenten bietet ein umfangreiches medienbasierten Vermittlungsangebot, das in Zusammenarbeit mit Prof. Frank Böhme und der Hochschule für Musik und Theater Hamburg entwickelt wird. Junge Studierende der Hochschule für Musik und Theater musizieren auf den historischen Instrumenten, die teilweise Jahrzehnte nicht gespielt wurden, und lassen die Klangwelt der Empfindsamkeit so wieder lebendig werden. Die Besucher können die Stücke per Audio- und Videoclip hören und die Zeit eintauchen. Konzert- und Vortragsveranstaltungen ergänzen das Programm. Das produzierte Material wird nach der Laufzeit der Ausstellung teilweise in das geplante modular angelegte Medienangebot für die Musikinstrumenten-Sammlung übernommen.

Kategorie

Ausstellung