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Kasseler Bachchor

Passionskonzert am Palmsonntag

Carl Philipp Emanuel Bach: Matthäus-Passion von 1769
St. Martin Kassel ·
Kassel
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Matthäus-Passion – gewohnt ungewohnt

Das Werk changiert zwischen Barock und Frühklassik und ist so eine Komposition „zwischen den Welten“. Es handelt sich dabei um ein nicht in allen Teilen neu komponiertes Werk. Heute würde sich Bach massiven Plagiatsvorwürfen ausgesetzt sehen. Damals war der sogenannte Pasticcio-Stil jedoch ein gängiges Mittel, um die immensen Kompositionsaufgaben bewältigen zu können. Allein in der Passionszeit waren jedes Jahr in Hamburg alle fünf Hauptkirchen mit einer Passionsaufführung zu bedienen. Bei der Matthäus-Passion von 1769 griff Bach in Teilen auf die Matthäus-Passion seines Vaters zurück: die Choräle und die meisten Volkschöre wurden übernommen. Die selbst komponierten Arien dagegen sind sehr ausdrucksstark und voller Emotionen: sie verkörpern damit den in der Zeit üblichen „empfindsamen Stil“. Die Verwendung von Teilen der väterlichen Passion sollte aber nicht nur dem Pragmatismus von C.P.E. Bach zugeschrieben werden. Vielmehr scheint sich hier der Sohn vor der kompositorischen Autorität des Vaters zu verneigen. Die überwiegenden, eigenen Akzente in der Matthäus-Passion aber sind es, die dieses Werk prägen und den Blick in die sich anbahnende Klassik öffnen. Ein wirklich spannendes Werk – zwischen den Welten.

Interpreten/Instrument

Kasseler Bachchor
Academia Filarmonica Köln (auf historischen Instrumenten)
Ralf Schwarz-Aschenbrenner (Orgel)
Felicitas Erb (Sopran)
Judith Erb (Sopran)
Evgeniya Malkiel (Alt)
Nils Giebelhausen (Tenor)
Janusz Niziolek (Bass)
Jochen Faulhammer (Bass)
Leitung: Norbert Ternes

Genres

Oratorium, Passionsmusik