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Gemeinsame Clavichordtage der Deutschen Clavichord Societät e.V. und der Schweizerischen Clavichordgesellschaft

Carl Philipp Emanuel Bach und die Folgen

Schloss Bad Krozingen ·
Bad Krozingen
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Das Thema Carl Philipp Emanuel Bach und die Folgen bildet den großen Schwerpunkt des verlängerten Wochenendes vom 2. – 5. Oktober, an dem die Deutsche Clavichord Societät und die Schweizerische Clavichordgesellschaft im Schloss Bad Krozingen zu Gast sein werden.

Wenngleich heute der Ruhm des Vaters Johann Sebastian alles Schaffen der zahlreichen Mitglieder dieser einmaligen Musikerdynastie weit überstrahlt, war die Situation zu Lebzeiten seiner Söhne, und insbesondere nach dem Tod des Vaters, eine völlig andere. Während man vor allem das Orgelspiel und die Fugenkunst Johann Sebastians weiterhin rühmte, wandte man sich doch schnell und bereitwillig der „Neuen Musik“ zu, vor allem dem, was seit dem frühen 19. Jh. „Sturm und Drang“ und auch dem, was bereits im 18. Jh. „Empfindsamkeit“ genannt wurde. Schon für Mozart und seine Zeitgenossen war Bach gleichbedeutend mit Carl Philipp Emanuel; sein Einfluss auf die Musik des 18. Jahrhunderts kann kaum hoch genug eingeschätzt werden. Nicht nur in Stil und Rhetorik, sondern auch in Hinsicht auf Originalität und Mut zur Grenzerweiterung wirkte er vorbildhaft und war für so manchen Komponisten zeitlebens der große Mentor im Hintergrund. Dank seiner Inspiration konnten viele der Komponisten im Programm dieser Clavichordtage Großartiges in sich entdecken und entwickeln, um schließlich eine neue Art von Musik zu verwirklichen.

Auch wenn sich diese Gewichte wieder verlagert haben, bleibt doch der Name dieses Bach-Sohnes dauerhaft verbunden mit dem Clavichord, seinem bevorzugten Tasteninstrument, das zeitgleich mit dessen überaus umfangreichen kompositorischen Schaffen für dieses Instrument auch seine größte Blüte in Deutschland erlebte, bevor es im weiteren Verlauf allmählich vom lauteren Hammerklavier verdrängt wurde.

Mathieu Dupouy wird die Clavichordmusik Carl Philipp Emanuels in den Mittelpunkt seiner beiden Konzertprogramme (Do. 2.10. 19:30 und Sa. 4.10. 15:00) stellen, wobei auch Kompositionen des älteren Bruders Wilhelm Friedemann erklingen werden.

Lehrer und Schüler – Wege zu Beethoven hat Stefan Müller sein Clavichord-Konzert mit Werken von J. A. Hiller, G. C. Neefe, J. Haydn und L. v. Beethoven überschrieben (Fr. 3.10. 19:30). Enno Kastens wird sich in einem Konzert (Sa. 4.10.19:30) auf dem historischen Tangentenflügel von Friedrich Christoph Schmahl aus Regensburg ebenfalls mit C. P. E. Bach, aber auch mit dessen Zeitgenossen G. A. Benda, J. G. Eckard, E. W. Wolf, J. W. Hässler und J. F. Reichardt befassen. Wie weit der Einfluss der Bach-Söhne als Vorbild und Lehrer reicht, demonstriert schließlich Jermaine Sprosses Konzertprogramm Musik W. F. Bachs und seiner Schüler – zählt er sich doch zu letzteren (So. 5.10. 11:00).

Im Rahmen der Vorträge (Fr. 3.10. ab 16:30) widmen sich Thomas Steiner und Vanya Hug der Frage, ob und inwieweit es im 17. Jh. bereits eine Serienproduktion von Clavichorden gab, während Paul Simmonds sich mit Carl Pfeiffer und einem besonderen Kapitel dem deutschen Clavichordbau des früheren 20. Jahrhunderts befassen wird und Ambrosius Pfaff (Sa. 4.10. 16:30) die durchaus provokante Frage stellt „Wieviel Vibrato braucht die Musik?“ (und hier möge man berücksichtigen, dass das Clavichord als einziges Tasteninstrument überhaupt in der Lage ist, mittels der sog. „Bebung“ ein Vibrato zu erzeugen). Anlässlich der Vorträge werden zwei Clavichorde von Carl Pfeiffer aus den 1920er Jahren vor Ort sein und auch musikalisch vorgestellt werden.

Eine Ausstellung und musikalische Vorführung zeitgenössischer Nachbauten historischer Clavichorde (Sa. 4.10. 13:00) rundet das Programm ab.

Zusätzliche Informationen

Künstler: Mathieu Dupouy Stefan Müller Enno Kastens Jermaine Sprosse Redner: Paul Simmonds Thomas Steiner Vanja Hug Ambrosius Pfaff

Kategorie

Vortrag/Vorlesung/Symposium