Wechsel nach Frankfurt (Oder) (1734–1738)

Auf eigenen Wegen – Stationen in Carl Philipp Emanuel Bachs Leben

Kupferstich von Frankfurt an der Oder von Matthäus Merian, 1636 Bereits 1733 bewarb sich der 19-Jährige auf die Organistenstelle der Naumburger Wenzelskirche – allerdings erfolglos. 1734, zwei Jahre nach der Geburt seines Halbbruders Johann Christoph Friedrich (dem später sogenannten „Bückeburger Bach“), ließ er die Messestadt dennoch hinter sich, wechselte die Universität und immatrikulierte sich am 9. September in Frankfurt (Oder). Neben seinem Studium gab er nun regelmäßig Cembalo-Unterricht. Darüber hinaus entstanden in den folgenden vier Jahren zahlreiche Kompositionen, darunter Konzerte, Kammermusik und mehr als fünfzehn Sonaten. Aus Bachs Autobiographie erfahren wir, dass er „sowohl eine musikalische Akademie als auch alle damals vorfallenden öffentlichen Musiken bey Feyerlichkeiten dirigirt und komponirt“ habe. Neben diesen Werken, die zum großen Teil für Hochzeiten, Besuche des preußischen Hofes sowie für universitäre Anlässe geschrieben wurden, führte Carl Philipp Emanuel in Frankfurt mit dieser Akademie (einem studentischen Collegium musicum) auch Werke seines Vaters auf – darunter die Kaffee-Kantate (BWV 211) und das Konzert in d-Moll (BWV 1052).

Johann Friedrich Nagel (1765–1825), Ansicht von Frankfurt mit Denkmal für Prinz Leopold von Braunschweig (um 1790). (Quelle:  Museum Viadrina, Frankfurt (Oder), V/K1- 781).

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