Kindheit in Köthen (1717–1723)

Auf eigenen Wegen – Stationen in Carl Philipp Emanuel Bachs Leben

Kupferstich der Stadtansicht Köthen, Nachdruck des Originals von Merian (1650).

Drei Jahre später (1717) zog er mit seinen Eltern und Geschwistern nach Köthen, da Johann Sebastian dort zum Kapellmeister ernannt worden war. Als Carl Philipp Emanuel sechs Jahre alt war, im Juli 1720, starb seine Mutter. Ihr Tod war in dieser frühen Lebensphase sicherlich einer der schwerwiegendsten und prägendsten Momente. Im Nekrolog auf seinen Vater fasst Carl Philipp Emanuel die Ereignisse folgendermaßen zusammen: „Nachdem er [J. S. Bach] mit dieser seiner ersten Ehegattin 13. Jahre eine vergnügte Ehe geführet hatte, wiederfuhr ihm in Cöthen, im Jahre 1720. der empfindliche Schmerz, dieselbe, bey seiner Rückkunft von einer Reise, mit seinem Fürsten nach dem Carlsbade, todt und begraben zu finden; ohngeachtet er sie bey der Abreise gesund und frisch verlassen hatte. Die erste Nachricht, daß sie krank gewesen und gestorben wäre, erhielt er beym Eintritte in sein Hauß.“ Bereits im Dezember des Jahres 1721 heiratete der Vater wieder, nämlich die erst wenige Monate zuvor an den Köthener Hof gekommene Musiker-Kollegin Anna Magdalena Wilcke (1701–1760).

1723 ging die Familie Bach nach Leipzig: Johann Sebastian trat als Nachfolger Johann Kuhnaus (1666–1722) die Stelle als Thomaskantor an, und Carl Philipp Emanuel wurde am 14. Juni 1723 Schüler der Thomasschule.

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